All Is Lost

-

All Is Lost

- Advertisment -

allislostEin Knirschen, ein dumpfer Schlag, schon scheint das Schicksal des Skippers (Robert Redford) besiegelt: Seine Segelyacht, auf Kurs über den Pazifik, hat einen Schiffscontainer gerammt, Wasser strömt ins Schiff, die Lage wird mit jeder Minute prekärer. Besonnen und mit gezielten Handgriffen geht der Kapitän die dringlichsten Probleme an – Boot freimachen, Leck schließen – nur um anschließend von den Naturgewalten in Form eines tropischen Sturms übermannt zu werden. Was bis gerade eben noch eine brisante, aber zu meisternde Situation darstellte, wird schlagartig zur akuten Lebensgefahr. Beinahe wortlos entspinnt Regisseur J.C. Chandor („Margin Call“) sein Ein Personen-Drama zum faszinierenden wie ungemein fesselnden Überlebens-kampf, in dem Redford seinem sowieso imposanten Resumée eine weitere Glanzleistung hinzufügt: Zwischen pragmatischer Logik, stoischer Gelassenheit und zunehmender Ver-zweiflung ob der sich verschärfenden Lage, gibt Redford den erfahrenen Nautiker in einer absoluten Ausnahmedarbietung, während Chandor mit bemerkenswerter Stilsicherheit und handwerklicher Perfektion die eskalierende Dring-lichkeit der Lage brillant einfängt. Nicht zuletzt auf Grund des erbarmungslosen Realismus ist das Seefahrer-Epos fesselnder als jede Bondage-Convention. „All Is Lost“ erscheint als erdgebundenes, furioses und intimeres Gegenstück zu Cuaròns stratosphärischem Überlebens-kampf „Gravity“. Statt auf lärmendes Tränen-drüsenpathos zu setzen, vertraut J.C. Chandor auf die wortkarge und dadurch emotional weit effektivere Innenansicht seines Protagonisten im Angesicht schwindender Hoffnungen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Rückblende: Otis Redding mit ›(Sittin’ On) The Dock Of The Bay‹

Geschrieben von Redding und seinem Gitarristen und Produzenten Steve Cropper, wurde der Song zu einem der langlebigsten Hits von...

Meilensteine: The Tubes

Juni 1975: Fulminantes LP-Debüt mit der Hymne ›White Punks On Dope‹ erscheint Als die Nina Hagen Band 1978 mit ›TV-Glotzer‹...

Todd Rundgren: Der Universal-Wizard

Ist Todd Rundgren nicht in erster Linie Musiker? Schon, aber auch als einfallsreicher Produzent hinterließ er tiefe Spuren, ebenso...

Das letzte Wort: Dave Wyndorf

64 und kein bisschen leise – der Kultstar aus New Jersey legt mit Monster Magnet dieser Tage eine Covers-Platte...
- Werbung -

The Kinks: Wir gegen die

Es tut gut zu wissen, wer der Feind ist. Die Kinks spüren das, als sie vor 50 Jahren ihr...

Die fünf Gesichter von Deep Purple: Don Airey

„Onkel Don“ – so nennen seine Bandkollegen Don Airey manchmal, und es ist nicht schwer zu begreifen, warum. Der...

Pflichtlektüre

Review: Deep Purple – A FIRE IN THE SKY – A CAREER-SPANNING COLLECTION

Eine die Gesamtkarriere umfassende, um 13 Tracks abgespeckte Vinylversion. Wer...

Supertramp – Hitmaschine

33 Jahre nach ihrem Live-Album PARIS veröffentlichen SUPERTRAMP die...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen