The Faces – STAY WITH ME – THE FACES ANTHOLOGY

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The Faces – STAY WITH ME – THE FACES ANTHOLOGY

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facesPurer Rock-Hedonismus: wehe, wenn sie losgelassen…

In ihrer knapp sechsjährigen Existenz stellen sich die 1969 aus den Ruinen der Small Faces und der Jeff Beck Group hervorgegangenen Faces öfter mal selbst ein Bein: In volltrunkenem Zustand absolvierte Shows, chronische Unpünktlichkeit, spontan abgesagte Konzerte und die 1971 weltweit voll erblühte Solokarriere von Frontmann Rod Stewart hemmen zwar den Aufstieg in die damalige Rock-Oberliga, nicht aber den Mythos, der von derlei Rock-Hedonismus zehrt. Bevor die vier Studioalben des mit Gitarrist Ron Wood, Bassist Ronnie Lane, Keyboarder Ian McLagan und Schlagzeuger Kenny Jones komplettierten Quintetts endlich in den seit Jahren angekündigten Deluxe-Editionen in den Handel kommen, macht das 2-CD-Set STAY WITH ME – THE FACES ANTHOLOGY schon mal den Mund ordentlich wässrig. In nicht chronologischer Reihenfolge kompilieren sich drei bislang unveröffentlicht gebliebene Live-Aufnahmen (u.a. ›Too Much Woman‹) mit 33 Tracks der Jahre 1969 bis 1975: Schwerer Blues-Rock mit Rod Stewarts Vokalakrobatik und Ron Woods um Silde-Exzesse erweiterte Riff-Orgien kennzeichnen Muntermacher der Alben First Step und Long Player: ›Had Me A Real Good Time‹, ›Around The Plynth‹ und ›Three Buttons Hand Me Down‹ rocken vehement, ohne Patina angesetzt zu haben. Schlicht magisch, wie die Truppe aus Bob Dylans ›Wicked Messenger‹ eine wüste Prog-Rock-Orgie oder aus Paul McCartneys ›Maybe I’m Amazed‹ ganz großes Balladenkino zaubert, ›Flying‹ nimmt indes Stewarts Händchen für harmonische Gassenhauer vorweg. Mit ihrem drittem Werk A Nod Is As Good As A Wink… To A Blind Horse befinden sich die Faces 1971 auf dem Höhepunkt ihrer Kunst: Sowohl das ausgekoppelte ›Stay With Me‹, als auch ›You’re So Rude‹, ›That’s All You Need‹ und ›Miss Judy’s Farm‹ atmen Stadionrockqualität. Stewarts finanziell lukrative Soloexkursionen fördern die Entfremdung von den Kumpels: Oh La La, 1973 das finale vierte Werk, baut vornehmlich auf das semiakustische Folk-Rock-Konzept von Ronnie Lane, der zuvor schon mit den Balladen ›Richmond‹ und ›Debris‹ Feingeistiges lieferte. ›Cindy Incidentally‹ rockt moderat, der Titelsong schwelgt ländlich rustikal im Brit-Folk. Als Stewart öffentlich über Oh La La meckert, streicht Lane die Segel. Mit Ex-Free-Bassist Tetsu Yamauchi entstehen noch die Singles ›Pool Hall Richard‹ und ›You Can Make Me Dance, Sing Or Anything‹ – dann ziehen die Faces endgültige lange Gesichter.

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