Filme: The Lords of Salem

-

Filme: The Lords of Salem

- Advertisment -

lords of salemDie Idee ist so simpel wie genial, lediglich die Frage auf, wieso jemand nicht schon sehr viel früher darauf gekommen ist: Rockchick Heidi (Sheri Moon Zombie) ist Moderatorin eines alternativen Radiosenders und erhält per Post eine mysteriöse Platte zugesandt, auf der sich — ganz dem urbanen Mythos über die satanischen Motive der Heavy-Metal-Musik entsprechend — diabolische Botschaften verstecken. Vermengt mit dem Motiv der Hexenumtriebe von Salem wird daraus eine ungewöhnliche, da explizit amerikanische Horrorerfahrung. Denn vermutet Heidi zunächst hinter dem mysteriösen Vinly ein virale Marketingkampagne, löst der Song bei ihr ganz im Gegensatz zu ihren männlichen DJ-Kollegen Beklemmungen aus, während er die weibliche Zuhörerschaft auf eigenartige Weise in den Bann zieht. Bisher glänzte Gitarrenschreck und Horror-Auteur Rob Zombie in seinem filmischen Schaffen nicht gerade durch hintergründige Feinheiten. Sein Erfolgsrezept beschränkte sich in seinen bisherigen vier Filmen meist doch auf besonders drastische Härte bei den Gewaltdarstellungen, die Nuancen eines gemächlichen atmosphärischen Aufbaus schienen Herrn Zombies fremd. Für seinen Satansrocker-Schocker versucht sich Zombie nun an einem neuen Ansatz, der den Meistern des surrealen Grauens wie Dario Argento, David Lynch und Jadoworsky näher steht als den Gore-Gurus der neuen Terrorschule: Eher Genreexperiment als kaltblütiger Horror, eher Fingerübung des Makabren als kalkulierte Geisterbahnfahrt des Schreckens. Sicher nicht jedermanns Sache, für Freunde des ungewöhnlichen Horrorfilms aber defintiv eine Entdeckung.

Vorheriger ArtikelKino: Inside Llewyn Davis
Nächster ArtikelGames: WWE 2k14

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Slash: Neue Platte bei Gibson Records

Der bekannte Gitarrenhersteller hat seinen Fuß jetzt auch in das Label-Business gesetzt. Als erste Veröffentlichung hat das Label ein neues...

Metal Church: Sänger Mike Howe gestorben

Mike Howe ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Das teilte seine Band Metal Church vor sieben Stunden auf...

Flashback: In Gedenken an Karac Plant

Der 26.07.1977 ist einer der dunkelsten Tage für Robert Plant: Sein Sohn stirbt. Ein Magenvirus ist Schuld daran, dass Karac...

Rückblende: The Rolling Stones mit ›Let It Loose‹

„Ich verstand hinterher nicht wirklich, worum es da ging“, sagt Texter Mick Jagger über einen Track auf EXILE ON...
- Werbung -

Queen + Adam Lambert: Das Wunder

Die Debatte, ob es richtig war, ohne Freddie Mercury weiterzumachen, wird in manchen Kreisen bis in alle Ewigkeit geführt...

Videos der Woche: Alice Cooper mit TRASH

Trash. Zu Deutsch: Müll. Doch das Album sollte die Karriere des Gruselrockers nicht in die Tonne befördern, sondern zu...

Pflichtlektüre

Mötley Crüe: Mash-Up mit Martha and the Vandellas

Manchmal passen ja gerade die Dinge zusammen, die nicht...

Deftones – DIAMOND EYES

Die tauben Töne im zweiten Frühling. Ihre letzten Alben waren...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen