Graham Bond – HOLY MAGICK

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Graham Bond – HOLY MAGICK

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bond, grahamOkkulte Beschwörungen – eingelegt in Jazzfusionen.

Gerade erst fand das komplette Material der Graham Bond Organi-zation im 4-CD-Set WADE IN THE WATER Würdigung. HOLY MAGICK, erstes von zwei Alben für die Progressivmarke Vertigo, stammt aus jener Phase Bonds, als das multitalentierte Schwergewicht an Tasteninstrumenten, Saxofon und Mikrofon nach längerem US-Aufenthalt versucht, wieder Fuß in Großbritannien zu fassen. Dem erfolgreichem Neustart steht allerdings eine ausgeprägte Heroinsucht entgegen. Seit den späten 50er Jahren mit den Lehren des britischen Satanisten Aleister Crowley vertraut, glaubt der bei einer Pflegefamilie aufgewachsene Vollwaise Bond lebenslang, er sei des Hexenmeisters illegitimer Sohn. HOLY MAGICK, erschienen im Dezember 1970, verweist mit Titel, Verpackung und Inhalt auf die Erkennt-nisse des 1939 verstorbenen Crowleys. Gemeinsam mit frisch angetrauter Gattin, der afroamerikanischen US-Vokalistin Diane Stewart, sowie zahlreichen Gästen aus Londons progressiver Szene (u.a. Teile von Aynsley Dunbar’s Retaliation, Bassist Ric Gretch, Perkussionist Big Pete Bailey), zelebriert Bond, auf dem Cover abgelichtet als Druide in Stonehenge, eine Evokation in Noten. In vertrackten Jazzrock-Improvisationen huldigt das Ensemb-le den vier Erzengeln (Mikael, Gabriel, Raphael und Uriel), stimmt ein Mantra auf das Aquarius-Zeitalter an, singt Loblieder auf das Kabbalistische Kreuz und das Pentagramm. Sinniert in bizarren Arrangements über die Wiederkehr König Arthurs und die Bewohner von Atlantis nach der zu erwartenden Zeitenwende im Jahr 2000. Gewiss bizarr bis überspannt, aber nicht halb so mysteriös wie Graham Bonds tragischer Tod im Alter von 36 Jahren am 8. Mai 1974, als er sich angeblich in der Londoner Station Finsbury Park vor eine einfahrende U-Bahn wirft.

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