Konzertkritik: Hawkwind in London, Royal Albert Hall (26.11.2019)

-

Konzertkritik: Hawkwind in London, Royal Albert Hall (26.11.2019)

- Advertisment -

Hawkwind live 2019

Reise durch Raum und Zeit

Draußen im Weltall gelten die Regeln von Raum und Zeit nicht. Das haben die Spacerock-Pioniere von Hawkwind, die vor 50 Erdenjahren ihren Trip in die Tiefen des Universums begonnen haben, schon immer gewusst, wovon man sich nun bei einer spektakulären Jubiläumsshow in der altehrwürdigen Royal Albert Hall überzeugen konnte.

Denn das Konzert mit seiner überwältigenden Inszenierung aus Lasern und Projektionen sowie wabernden Soundkaskaden, die sich wie Lava über die Zuhörer ergossen, war für die Halle, die Musiker und die Zuschauer wie ein gemeinsamer Erkundungsflug durchs Schwarze Loch und zurück.

Sicher, man hätte beobachten können, dass neben Songs vom brillanten aktuellen Album ALL ABOARD THE SKYLARK nahezu alle Klassiker von ›Hurry On Sundown‹ über ›Master Of The Universe‹ bis ›Silver Machine‹ im Orbit waren, dass Motörhead-Gitarrist Phil Campbell bei drei Titeln bei genau der Band gastierte, wo einst Lemmy seinen Durchbruch hatte, oder dass Hawkwind-Gründer Dave Brock auf Gefahren wie Galaxien verspeisende Aliens, Brexit und Klimawandel hinwies.

Genauso gut hätte man feststellen können, dass die treibenden Drum-Beats von Hawkwind wohl auch Krautrocker wie Neu beeinflussten, dass das live gespielte Theremin Avantgarde-Postrocker inspirierte oder dass man Bands wie Monster Magnet vorweggenommen hat. Aber im Weltall zählt all das nicht – genauso wenig wie die Frage, ob die zwei Stunden Ekstase nun so schnell vorüber waren wie zwei Sekunden oder vielleicht doch 200 Jahre dauerten.

Setlist:

Motorway City
Flesh Fondue
Last Man On Earth
The Song Of The Gremlin
Born To Go/You Shoudn’t Do That
65 Million Years Ago
In The Beginning
Spirit Of The Age
The Fantasy Of Faldum
The Watcher
Silver Machine
Assault And Battery
The Golden Void
Right To Decide
Hurry On Sundown
Master Of The Universe

1 Kommentar

  1. hawkind ist ja ohne hin ne total abgespacete band was sich bestimmt aber auch durch den drogenkonsum
    erklären lässt und ich verstehe gut das lemmy zu düster für solche universums kinder war. er war halt ein absoluter ROCKER und is irgendwie der inbegriff für motorräder frauen alk und ziesen,nicht so wie die experiment freudigen hawkinder

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Phil Campbell & The Bastard Sons: Mit neuem Selbstvertrauen

Hätten Phil Campbell And The Bastard Sons 2017 schon gewusst, was sie drei Jahre später erwarten würde, hätten sie...

Tom Petty: Neues Video zu ›Drivin‘ To Georgia‹

Für Tom-Petty-Fans ist die heute auf schwarzem Vinyl erschienene Platte FINDING WILDFLOWERS (ALTERNATE VERSIONS) wohl ein absolutes Muss. Das...

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

Zwischen Solowerken, Sehnsüchten nach anderen Orten und ein bisschen Partystimmung ist alles vertreten, um ein bestmögliches, weiteres Pandemie-Wochenende entweder...

Review: The Mighty Mighty Bosstones – WHEN GOD WAS GREAT

Gitarren und Bläser für die Tanzbeine Es gibt wohl keine Band, die harte Gitarren und Blasinstrumente besser zusammenbringt als The...
- Werbung -

Review: Nancy Wilson – YOU AND ME

Solodebüt der Heart-Gitarristin Hat lange gedauert, bis Heart-Gitarristin und Teilzeitstimme Nancy Wilson es zu ihrem ersten Soloalbum gebracht hat (den...

Review: Tony Joe White – SMOKE FROM THE CHIMNEY

Ist das ein Album oder kann das weg? Gewagt, gewagt! Stellt euch vor, ihr seid ein prominenter Musiker und verehrt...

Pflichtlektüre

Review: Ian Gillan & The Javelins – IAN GILLAN & THE JAVELINS

Als Deep Purple noch Zukunftsmusik waren – Gillan erinnert...

Zwei Songs von SONIC HIGHWAYS online

Die Foo Fighters präsentieren ›What Did I Do?/ God...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen