Mike Tramp: Heimkehr

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Mike Tramp: Heimkehr

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Mike Tramp Promo 2018Jahrzehntelang war Mike Tramp so etwas wie der ultimative Weltenbummler. Auch heute noch lebt die Familie des gebürtigen Dänen über den ganzen Globus verteilt, mit seinem neuen Album MAYBE TOMORROW stehen die Zeichen allerdings auf Heimkehr – zumindest künstlerisch.

„Mein Leben als Nomade wird nie ganz aufhören, weil ich ja ein internationales Publikum habe und zudem mein ältester Sohn in Australien lebt und meine Frau und meine beiden jüngsten Kinder in Indonesien zuhause sind, während ich selbst viel Zeit in Dänemark verbringe“, sagt er. Heimat ist deshalb seit Langem ein eher abstraktes Konzept für den 56-jährigen Sänger, Gitarristen und Songwriter, der einst in Amerika mit White Lion und Freak Of Nature Erfolge feierte: „Phil Lynott hat ja gesagt: ‚Home is where my heart is, and my heart is not at home.’ Seitdem ich 1976 bei meiner Mutter zur Tür raus bin, habe ich nie wieder ein richtiges Zuhause gehabt. Ehrlich gesagt sehne ich mich nach einem Heim, in dem ich Sachen an die Wand hänge und sie nie wieder abnehmen muss.“

Ein Ort, an dem er sich richtig heimisch fühlt, ist die Farm seines Bruders in Dänemark, wo er gerne mithilft, wenn er nicht gerade in Sachen Musik unterwegs ist. In gewisser Weise hat ihm der Umgang mit der Natur auch als Musiker den Weg zurück zum natürlichen, ungekünstelten Live-Sound gewiesen, der nach NOMAD (2015) nun auch auf MAYBE TOMORROW vorherrscht, doch da war auch noch mehr. „Ich war schon immer ein großer Fan des Sounds von 70er-Produktionen, bevor all der Hall dazukam“, gesteht er. „Damals hatte man wirklich das Gefühl, mit der Band im gleichen Raum zu sein. Dahin wollte ich zurückkehren.“

Von Rückkehr singt Tramp auch gleich im ersten Song des neuen Albums, ›Coming Home‹, auch wenn er den Titel eher als Metapher für seine lange Suche nach dem eigenen Ich sieht. „Der größte Unterschied zwischen dem Beginn meiner Karriere und heute ist, dass ich nun weiß, wer Mike Tramp wirklich ist“, überlegt er. „Die 80er bis in die 90er hinein musste ich erst noch herausfinden, was ich als Musiker und Mensch wirklich will. Das war eine lange Rei­se, die mich nun nach Hause zurückgeführt hat.“

Dabei hat sich in all den Jahren eigentlich nicht viel verändert. Immer noch schreibt Tramp Songs zum Mitsingen in der Tradition der großen Singer/Songwriter von Johnny Cash über Bob Dylan bis Bruce Spring­steen und Tom Petty. Nur der Sound hat sich gewandelt. „Ich habe einfach lange gebraucht, musste viel unterwegs sein, viel experimentieren und reihenweise Gewissensprüfungen bestehen, bis ich so selbstbewusst war, zu sagen: ‚Sei einfach du selbst‘.“, erklärt er. Inzwischen ist er viel mehr mit sich im Reinen – und sieht sein neues Album als bedeutende Zäsur in seiner langen Karriere. „Ich habe das Gefühl, dass sich mit MAYBE TOMORROW der Kreis geschlossen hat und ich keine weiteren neuen Songs mehr brauche“, sagt er. „Als Nächstes kommt von mir deshalb vielleicht eine Compilation oder ein Live-Album.“

Zunächst einmal stehen aber viele Konzerte auf seiner Agenda – und darauf freut er sich ganz besonders. „Das Gefühl der Geborgenheit, das ich habe, wenn ich mich einfach ins Auto setze, um zu einem meiner Akustikkonzerte zu fahren, macht mich sehr glücklich“, verrät er. „Denn dort kann ich der Gleiche auf der Bühne sein wie der, der anschließend T-Shirts verkauft oder Fotos mit den Zuschauern macht. Das ist für mich das ultimative ‚coming home‘ – wenn ich niemand anders als ich selbst sein muss.“

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