Review: Bruce Dickinson – SCREAM FOR ME SARAJEVO

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Review: Bruce Dickinson – SCREAM FOR ME SARAJEVO

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Bruce Dickinson Scream For Me Sarajevo

DVD: Sieg der Musik über eine Tragödie.

Bruce Dickinson schreibt am 14. Dezember 1994 Geschichte: An diesem Tag gibt der Sänger von Iron Maiden während seiner Solo-Karriere mit der Band Skunkworks ein Konzert in Sarajevo. Die Stadt befindet sich während des Balkankrieges im Belagerungs-Zustand. Bombenangriffe, Scharfschützen und Tod gehören damals zum Alltag in Bosnien. Schon in seiner Biografie widmet Dickinson dieser bewegenden Episode ein Kapitel. Der nun nachgeschobene, mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm „Scream For Me Sarajevo“ zeigt ausführlicher und emotional tiefer gehend den Wahnsinn des Krieges. Aber auch die positive Macht der Musik, wie sie Menschen in dunkelsten Phasen des Lebens Kraft und Hoffnung gibt.

Dickinson und seine Band denken zunächst an ein kalkulierbares Risiko: UN-Helikopter fliegen sie ins belagerte Sarajevo, sie geben ein Konzert und verschwinden wieder. Doch der Plan zerschlägt sich. Die Band wird auf der Ladefläche eines grell-gelben Transporters entlang der Frontlinie in die Stadt geschmuggelt. „Pinkeln durften wir nur in der Mitte der Straße, nicht an der Seite. Überall waren Minen“, erinnert sich Bassist Chris Dale, dessen Internetartikel über die Erlebnisse Auslöser für den Film waren. In der Doku kommen nicht nur die Musiker zu Wort, sondern auch der UN-Sicherheits-Offizier Trevor Gibson und Major Morris, die den Wahnsinns-Gig damals einfädelten. Nicht nur einmal fließen bei den Erzählern die Tränen.

Die sehenswerte Doku gewährt aber auch einen Einblick in das Leben der Menschen von Sarajevo, die mit ihrer Liebe zur Musik dem Grauen des Krieges trotzten – und es während des Konzertes sogar kurz verdrängen konnten. Vom Auftritt existieren einige Foto-Schnipsel und Amateuraufnahme-Sequenzen. Der Soundtrack erhöht den Gänsehaut-Faktor der teils erschütternden, teils anrührenden Bilder.

10/10

Bruce Dickinson
SCREAM FOR ME SARAJEVO
EAGLE VISION/UNIVERSAL MUSIC

Text: Matthias Bossaller

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