Review: Gareth Murphy – Cowboys & Indies

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Review: Gareth Murphy – Cowboys & Indies

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cowboys indiesOdyssee über die Meere der Musikgeschichte.

„Cowboys & Indies“ ist eine interkontinentale Reise durch die verzweigten Pfade der Platten- und Musikindustrie. Autor und Szene-Insider Gareth Mur­­phy beleuchtet die Branche aus ungewohntem Blickwinkel und erhellt das Treiben der Strippenzieher hinter den Stars und Sternchen: die „Record Men“, wie er sie nennt, die Talentscouts und Label-Pioniere von Capitol, Elektra und Co., die personifizierten Spürhunde des Show­business stehen im Fokus.

Beginnen lässt er seinen Trip bei den frühesten Anfängen der Medienge­schichte und der Popmusik und nähert sich von da an der Gegenwart: Von der Erfindung des Phonographen bis hin zu Schellack, Vinyl und CD wird nichts ausgelassen. Blues, Jazz oder New Wave sind ebenso Thema wie Elvisfieber oder Beatlemania. Hauptgrund für den Zickzack-Kurs ist das Interesse an der historischen Genese der Musikbranche. Die soziokulturelle Detailtreue soll dem Leser als Brücke zum Ver­­ständnis der heutigen Verhältnisse dienen. Im „musicbiz“ herrsche ein hegemoniales Prinzip, durch das immer wieder Trends und Gegentrends ausgehandelt, festgeklopft und zersprengt werden.

Auch der Buchtitel spielt auf diesen ambivalenten Kosmos an und liefert eine pointierte Metapher für die ewige Diskussion um Major versus Indie. Die reflektierte Grundidee der Abhandlung ist höchst löblich, legt der Konzentrationsspanne jedoch hier und da kleine Steine in den Weg. Zwar lockert Murphy seine Aus­führungen sporadisch mit Anekdoten auf, trotzdem wirken manche Passagen aufgrund ihrer hohen Informationsdichte etwas anstrengend. Dennoch ist der Schinken insbesondere für Thema-Interessierte sehr empfehlenswert.

„Cowboys & Indies“ ist eine Fusion aus spritzigem Geschichtsbuch und genreübergreifender Revue, die das große Ganze der Musikindustrie im Blick hat. Ganz nach der Devise: Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegen­wart verstehen.

7/10

Cowboys & Indies
Von Gareth Murphy
Heyne Hardcore

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