Review: Jeff Beck – BLOW BY BLOW/WIRED

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Review: Jeff Beck – BLOW BY BLOW/WIRED

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Jeff goes Jazz-Fusion: zwei instrumentale Meilensteine aus den Mittsiebzigern von Maestro Beck

Ein ganz schönes Wirrwarr, das Jeff Beck da noch nach Dekaden verursacht: Seit der britische Gitarrenvirtuose 1966 The Yardbirds den Rücken kehrte, lief die Karriere seltsam gedrosselt, stets ein wenig neben der Spur und häufig von plötzlichen Hindernissen bedroht. Offiziell gilt das nach Auflösung der Hardrock-Supergroup Beck, Bogert & Appice vom ehemaligen Beatles-Produzenten George Martin 1975 beaufsichtigte BLOW BY BLOW in
dem ikonischen Cover – es zeigt den Meister höchstselbst mit einer Gibson Les Paul im Anschlag – als Becks zweites Solowerk. Tatsächlich aber erweist sich die erste US-Platin-Scheibe Becks als sein Solodebüt. Zwar lief 1968 TRUTH, jene mit Rod Stewart, Ron Wood und Micky Waller eingespielte Blaupause des britischen Hardrock-Blues, auch als Solo-LP, doch eigentlich wirkte hier inoffiziell schon die Jeff Beck Group Mark 1. Nach einer Zwangspause aufgrund einer längeren Rekonvaleszenz infolge eines schweren Verkehrsunfalls schloss sich 1971/72 eine völlig umbesetzte JBG Mark 2 an. Dass ausgerechnet das rein instrumentale BLOW BY BLOW im funky Jazz-Fusion-Modus sich derart hoch in den US-LP-Charts (#4) platzieren würde, war nicht vorhersehbar. Mit einer Mixtur aus Selbstgestricktem von Beck im Gespann mit Langzeitwegbegleiter Max Middleton (Klavier, Keyboards) sowie geschmackvoll arrangierten Coverversionen (›She’s A Woman‹ von den Beatles sowie zwei Songs von Studiogast Stevie Wonder) gelang das Husarenstück. Ein Konzept, das ein Jahr später auch den US-Platin-Nachfolger WIRED auszeichnete – anstatt mit einer Les Paul hantiert Beck nun mit einer weißen Fender Stratocaster. Mit den Neuzugängen Jan Hammer (Synthesizer, Produktion), Wilbur Bascomb (Bass) sowie dem Drum-Dreigestirn Narada Michael Walden, Richard Bailey und Ed Greene drangen Beck und Middleton erneut unter der Ägide von George Martin noch tiefer in die Jazz-Fusion-Materie ein. Wobei Walden vier von acht Songs lieferte, Hammer, Bascomb und Middleton jeweils einen beisteuerten und sich der Jazz-Klassiker ›Goodbye Pork Pie Hat‹ von Charles Mingus als Coverversion daruntermischte. Beide Beck’schen Meilensteine liegen als 180-Gramm-Vinyl neu auf.

10 von 10 Punkten

Jeff Beck, BLOW BY BLOW, EPIC/SONY

10 von 10 Punkten

Jeff Beck, WIRED, EPIC/SONY

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