Review: Kings Of Leon – WHEN YOU SEE YOURSELF

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Review: Kings Of Leon – WHEN YOU SEE YOURSELF

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Auf seinem achten Studiowerk kommt der Followill­-Clan wieder in die Spur!

Es heißt zwar, Selbsterkenntnis sei der erste Schritt zur Besserung, aber zumeist dürfte der Akt, mit sich selbst hart ins Gericht zu gehen, weder angenehm noch leicht umzusetzen sein. Zu erkennen, wer man wirklich ist, offenbart sich häufig als ein langer, teils schmerzhafter Prozess. Nicht selten bedeutet es, den schwierigen Abgleich zwischen Selbst- und Fremdbild vorzunehmen. Kings Of Leon thematisieren die Sachlage sowohl im LP-Titel als auch auf dem Opener ›When You See Yourself, Are You Far Away‹. Zumal sich die Herrschaften auf dem Cover lediglich als Schattenspiel aus Silhouetten präsentieren. Folglich dürfte dem Followill-Clan aus Nashville, Tennessee, bestehend aus Caleb (Vokalist, Rhythmusgitarre), Jared (Bass, Keyboards, Gesang), Matthew (Sologitarre, Keyboards, Gesang) und Nathan (Schlagzeug, Percussion, Gesang), das Thema auf den Nägel brennen. Ob da einer oder gleich mehrere an Persönlichkeitsbild und Charakter arbeiten müssen, diese Frage beantwortet der ziemlich stromli-nienförmige, ohrwurmartige erste von insgesamt elf Tracks nicht.

Es könnte Damenschwarm Caleb gemeint sein, auf den im schicken Eigenheim Model-Gattin Lily Aldridge mit den Kids Winston Roy und Dixie Pearl warten. Sicher ist das zwar keinesfalls, aber dass der Frontmann zumindest zeitweise ein handfestes Suchtproblem mit Hochprozentigem oder gar Ärgerem im Laufe der Märchenkarriere der Followills entwickelte, gilt als gesichert. Mitunter sah es gar so aus, als würden Calebs Eigensinnigkeiten das komplette Unternehmen gefährden. Zumal der anfänglich so frische Ansatz der Followills nach dem künstlerischen wie kommerziellen Zenit, den sie mit den Alben ONLY BY THE NIGHT (2008) und COME AROUND SUNDOWN (2010) erreichten, ein wenig zu wünschen übrig ließ. Also könnte sich der Titel des achten Studiowerks WHEN YOU SEE YOURSELF auch auf die komplette Band beziehen. Doch wie auch immer: Die Kings Of Leon kommen hier wieder in die Spur. ›Echoing‹, ›The Bandit‹ und ›Golden Restless Age‹ kombinieren allesamt kraft-volle Harmonien mit druckvollem Uptempo-Esprit. Verhalten balladesk mit Sogwirkung präsentieren sich ›Supermarket‹, ›A Wave‹ und ›100,000 People‹. ›Stormy Weather‹ entpuppt sich, ohne dabei zum lauen Lüftchen zu geraten, als ausge-prägter Pop-Ohrwurm. Gleiches gilt für ›Time In Disguise‹. Schwelgerisch akustische Americana in Reinkultur liefern das stark verhallte ›Fairytale‹ in Sepia-Molltönen sowie das erdige ›Claire And Eddie‹.

8 von 10 Punkten

Kings Of Leon/WHEN YOU SEE YOURSELF/RCA/SONY

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