Review: Peter Kemper – Sgt. Pepper 100 Seiten

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Review: Peter Kemper – Sgt. Pepper 100 Seiten

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Übersicht mit Weitblick.

Jetzt dürfen sich Sgt. Pepper und seine Kapelle der einsamen Her­­zen an eine – in ihrer heterogenen Mischung irgendwie skurrile und doch illustre – Reihe im Bücher­regal anlehnen. Als neuester Teil der programmatisch zutreffend titulierten „100 Seiten“-Serie von Reclam folgt nach kompakten Abhandlungen über David Bowie, die „Gilmore Girls“, Menschenrechte, Ötzi, Ovid, die deutsche Sprache, John F. Kennedy, Sex, „Twin Peaks“, die Reformation, die Antike und Jane Austen nun auch ein Büchlein über das 1967 erschienene Über-Proto-Album der damaligen Phantasieuniform- und Schnurrbartträger, die definitiv keine braven Pilzköpfe mehr waren. Die Buchreihe umfasst also eine im wahrsten Sinne kunterbunte Gesellschaft, die den Beatles sicher­­lich auch gefallen hätte – man denke an das Motiv für das Cover-Artwork von SGT. PEPPER’S LONE­LY HEARTS CLUB BAND. Dessen popkulturelle Bedeutung wird in „Sgt. Pepper. 100 Seiten“ von Peter Kemper übrigens auch, wie alle der Themenschwerpunkte, liebevoll, unterhaltsam und trotz des unumgänglich knappen Formats in angemessenem Umfang detailliert behandelt. Kemper bewältigt diese Hürde durch sein klug gewähltes Springen von historischen, makrosoziologischen Wechsel­wirkungen zwischen Gesellschaft und Künstler („Swinging London – Nabel der Welt“, „Hippie-Philosophie und psychedelische Heilsver­sprechen“, „Kul­turelle High-Gefühle oder die Erfindung der Nowness“) zu Mikro-Einblicken in den musikalischen, den technischen sowie kreativen Pro­duktionsprozess dieser vier Musiker und ihres Ideen-Dompteurs George Martin. Das bedeutet in den Worten des Autors: „Nie wieder live! – Abschied von der Beatlemania“ sowie „Die neuen Herren im Control Room“. Darüber hinaus gibt es eine von Peter Kemper überaus herzlich durchgeführte Untersuchung aller Songs des Albums, inklusive graphischer Über­sichten unter anderem über die eingesetzten Instru­mente, die Chronologie der Auf­zeich­nungen und natürlich auch über die Personen­konstellation auf dem längst legendären Cover.

7/10

Sgt. Pepper 100 Seiten
von Peter Kemper
Reclam

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