Review: Slash – LIVING THE DREAM

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Review: Slash – LIVING THE DREAM

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Slash Livin the Dream

Der Traum hebt ab.

Okay, vergessen wir einfach mal Guns N’ Roses, zumindest für den Moment. Während Slash dank ihnen sein Konto ordentlich aufblasen und vor riesigen Menschenmassen spielen kann, sind Slash featuring Myles Kennedy & The Conspirators doch seine kreative Heimat. LIVING THE DREAM ist das dritte und bislang beste Album dieser Band. Hier treffen Engagement und Zielstrebigkeit auf die Vision von dem, was er und Sänger Myles Kennedy erreichen wollen. Stadionrock-Attitüde wird hier in Songs und Darbietungen verpackt, die wesentlich intimer und intensiver sind, als man es vielleicht erwarten würde. Slashs wuchtige Gitarre ergänzt Kennedys leidenschaftlichen Gesang perfekt, was ein bisschen an die besten Momente von Aerosmith Ende der 80er erinnert.
Den Anfang macht ›Call Of The Wild‹, das uns auf einen bekannten Pfad führt, dann aber einen unerwarteten Haken schlägt. Dasselbe gilt für ›Serve You Right‹, wo die Band die Tiefe und Kraft des Songs unterstreicht und so all diese schrecklichen Klischees vermeidet, die man vielleicht befürchtet hatte. In ›Lost Inside The Girl‹ geht es eindeutig um innere Verwirrung, doch mit der Klarheit von Künstlern, die genau wissen, was sie uns sagen wollen. ›Read Between The Lines‹ packt uns dann mit einem Funk-Groove, und wenn man mal dem Beat verfallen ist, erblüht es schrittweise zu einer regelrecht fliegenden Melodie. Die Fähigkeit dieser Band, alle Facetten des Hardrock-Spektrums abzudecken, zeigt sich dann auf dem Garage-Reißer ›Slow Grind‹, wo Kennedy uns mit geschwellter Brust von jemandem erzählt, der sich nicht für selbstverständlich nehmen lässt. Wer hingegen nach etwas Sensiblerem sucht, wird bei ›The One You Love‹ fündig. Man darf an dieser Stelle nicht vergessen, dass diese Platte und diese Band mehr sind als nur Slash und Kennedy. Die Conspirators sorgen für Farbtupfer und Schattierungen, wo es nötig ist, was das Charisma dieser Stücke über alle Maßen verstärkt. Das Highlight des Albums ist dann schließlich ›The Great Pretender‹ (nein, keine Cover-Version), zweifellos einer der besten Songs, die Slash je vollbracht hat. Am Ende mit dem nostalgischen Hauch von Teenager-Angst in ›Boulevard Of Broken Hearts‹ hat man letztlich den Eindruck gewonnen, dass dieses Werk seine Protagonisten ebenso wie die Hörer auf eine Reise durch die Aufs und Abs, Biegungen und Wendungen, die Verlockungen und Hinterlistigkeiten des Lebens mitgenommen hat, aber gänzlich ohne Verbitterung, sondern einfach nur mit einer Mischung aus Freude und Bedauern. Und genau das macht LIVING THE DREAM so faszinierend.

8/10

Slash featuring Myles Kennedy & The Conspirators
LIVING THE DREAM
ROADRUNNER/WARNER

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