Review: The Florida Project

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Review: The Florida Project

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The Florida Project

Die Tatsache, dass die sechsjährige Monnee (Brooklynn Prince) und ihre Mutter Halley (Bria Vinaite) nur einen Steinwurf entfernt von der verheißungsvoll glitzernden Disney World leben, ist das erste wenig subtile Bild, mit dem Re­­gisseur Sean Baker den Ton seines einfühlsamen wie bittersüßen Dramas setzt. Die Fallhöhe zwischen dem kunterbunten Kindertraum des ausladenden Vergnügungsparks samt seinen Versprechungen nie getrübter Freude und beruhigend steriler Künst­lichkeit sowie dem Alltag der am Existenzminimum kratzenden Rumpffamilie könnte größer nicht sein. Als kaum einzulösendes Versprechen und sirenengleiche Verlockung lungert Disney World in „The Florida Project“ im Hintergrund, während Baker in die Welt seiner kleinen Heldin eintaucht, die aller Armut zum Trotz eine glückliche Kindheit zu haben scheint. Nicht zuletzt, da es ihr gelingt, die ernüchternde Wirklichkeit außen vor zu lassen und sich ihr eigenes Zauberreich zu erschaffen. Denn während sich ihre alleinerziehende Mutter von einem Sozialamtsscheck zum nächsten hangelt und reichlich wenig Aussicht auf Besserung hat, streunt Monnee mit ihren Freunden durch ihr Zuhause, das Motel „Magic Castle“ des fürsorglichen Managers Bobby (großartig: Willem Dafoe). Zärtlich und empathisch ist der Blick, den Baker hier wagt und der mit Fokus auf die Kindheitserfahrung an der gesellschaftlichen Peri­pherie als eine Art Anti-Spielberg funktioniert. Zwischen dokumentarisch anmutenden Bildern und fröhlichem Humor, magischer Kinderfantasie und harter Realität schlägt Bakers wundervolles Drama als subversives Filmerlebnis in Bann, das vor allem auf der Kinoleinwand seinen vollen Zauber entfalten kann. Wieso genau „The Florida Project“ bei den diesjährigen Oscar-Nominierungen missachtet wurde bleibt vor diesem Hintergrund ein echtes Mysterium.

8/10

The Florida Project
Prokino/Start: 15.03.

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