Review: Traffic – THE STUDIO ALBUMS 1967–1974

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Review: Traffic – THE STUDIO ALBUMS 1967–1974

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Traffic The Studio Albums 1967-1974

50 Jahre und ein bisschen

Genau genommen zum 52-jährigen Jubiläum kommen die sechs ersten Traffic (Studio)-Alben in einer schmucken limitierten Studio-Collection neu auf den Markt. Gegründet im Frühjahr 1967 im englischen Birmingham von der ehemaligen Stimme der Spencer Davis Group, Steve Winwood, zusammen mit Drummer Jim Capaldi, Chris Wood (Saxophon, Flöte) und Gitarrist Dave Mason, der ein paar Mal aus- und wieder einstieg. Noch im selben Jahr erscheint das Debüt MR. FANTASY, die drei zuvor veröffentlichten Singles landeten trotz Hit-Charakter nicht auf dem Album. Das Album kann sich in den Top 20 der Heimat behaupten, aber Mason steigt aufgrund künstlerischer Differenzen kurz nach dem Release aus. Nur, um noch rechtzeitig zum Nachfolger TRAFFIC (1968) wieder zurückzukehren und die Hälfte der Tracks zu schreiben, darunter den Hit ›Feelin’ Alright?‹.

Während Masons Tracks mehr die Pop/Folk-Beiträge charakterisieren, beschäftigen sich die anderen Drei mit Ausflügen in den Jazz und Jam-Parts. Mason steigt abermals aus, die Band löst sich ein erstes Mal auf und Winwood gründet zusammen mit Eric Clapton und Ginger Baker Blind Faith, die es aber auch nur für ein Album zusammenhält. Winwood startet JOHN BARLEYCORN MUST DIE (’70) zunächst als Solodebüt (zusammen mit Produzent Guy Stevens, Mott The Hoople und später The Clash), bittet dann aber Capaldi und Wood um ihr Mitwirken und so wird Traffic ohne Mason reformiert. In den USA erreicht das Album erstmals die Top 5 und wird dort zum erfolgreichsten Werk des offiziellen Trios. Die Kritiker bemängeln in erster Linie das Fehlen von Masons Songs und Ideen und ergänzen, dass Winwoods Stimme nur noch als Interpunktion zu ausufernden Jazz- und Rockpassagen genutzt wird – nicht wirklich haltbar.

Auf dem THE LOW SPARK OF HIGH HEELED BOYS-Album (’71) sind Traffic zu sechst. Neben dem Trio, bestehend aus Winwood, Capaldi und Wood, stehen noch Drummer Jim Gordon, Percussionist Reebop Kwaku Baah (starb ebenso wie Wood 1983) und Bassist Rik Grech auf der Gehaltsliste. ›Rock’n’Roll Stew‹, gesungen von Capaldi, wirft einen veritablen Hit ab, der Titelsong ist gigantisch. Für SHOOT OUT AT THE FANTASY FACTORY (’73) dreht sich das Bandkarussell erneut und mit David Hood (Bass) und Roger Hawkins (Drums, beide zusammen mit Barry Beckett sowie Jimmy Johnson auch Mitglied der Muscle Shoals Rhythm Section) sind abermals neue Mannschaftsteile zu integrieren. Bis auf ›Tragic Magic‹ (Wood) stammen alle Tracks vom Duo Winwood/Capaldi; der Longtrack ›Roll Right Stones‹ ist außerordentlich bemerkenswert.

WHEN THE EAGLE FLIES (’74) ist der letzte Studio-Output von Traffic (bis zur Reunion mit FAR FROM HOME, zwanzig Jahre später). Als abermals neuer Basser ist der Jamaikaner Rosko Gee an Bord, Capaldi kehrt an die Drums zurück. Bis auf das lange ›Dream Gerrard‹ sind die Songs straffer. WHEN THE EAGLE FLIES ist in den USA ähnlich erfolgreich wie seine drei Vorläufer und erklimmt wieder die Top 10, in der englischen Heimat läuft es bei weitem nicht so gut. Die Alben wurden von den Originalbändern remastert und kommen in ihren originalen Island-Hüllen (Klappcover, Strahlen-Island-Label) und mit seltenen Replikas der Promotion-Poster zum jeweiligen Tonträger.

9/10

Traffic
THE STUDIO ALBUMS 1967–1974
ISLAND/UNIVERSAL

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