Shakey Graves: München, Ampere (03.05.16)

-

Shakey Graves: München, Ampere (03.05.16)

- Advertisment -

dyc-shakey-gravesc-01Shakey, Rattle & Roll

„Armer Shakey Graves“ denken wir noch auf dem Hinweg zur Show. „Ausgerechnet parallel zum Halbfinal-Rückspiel Bayern-Atletico spielt er in München. Er kann ja nicht wissen, dass an solchen Abenden das Nachtleben in der Landeshauptstadt frühestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff beginnt.“ Doch die Befürchtung, der strubbelige alt.Country-Songwriter aus Austin, der bis vor kurzem nur online auf Bandcamp veröffentlichte und sich erstmals in Deutschland zeigt, müsste vor drei Leuten und einem Hund spielen, war unnötig. Praktisch ausverkauft ist das Ampere. Oha! Dieser Geheimtipp ist gar nicht mehr so geheim!
Auf der Bühne rechtfertigt Alejandro Rose Garcia (so Shakeys Geburtsname) das volle Haus voll und ganz. Es ist nicht leicht, als Singer/Songwriter mit Akustikgitarre das Publikum ein ganzes Set bei der Stange zu halten, aber Shakey gelingt das mühelos, denn er hat nicht nur diesen Modus operandi: Filigrane Balladen spielt er auf der Akustischen. In Modus 2 holt er die Elektrische hervor, zupft in virtuosem Stil und gibt den Songs damit wippenden Rhythmus und Pep mit. Für Modus 3 schließlich holt er sich Drummer Chris „Boo“ Boohsada auf die Bühne und die zwei fetzen im White Stripes-Style aufeinander los. Zwischen diesen Varianten wechselt der Texaner hin und her, das sorgt für permanente Abwechslung.
Obendrein entpuppt Shakey sich als souveräner Entertainer: Immer einen pfiffigen Spruch auf den Lippen lacht er gerne, bevorzugt über sich selbst. Das Publikum dankt’s ihm mit Begeisterung. Wer also daheim blieb oder ins Stadion ging, um den Bayern beim frustrierenden Ausscheiden zuzugucken, darf sich doppelt ärgern. Denn er hat eins von Münchens Konzerten des Jahres verpasst.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Rückblende: Otis Redding mit ›(Sittin’ On) The Dock Of The Bay‹

Geschrieben von Redding und seinem Gitarristen und Produzenten Steve Cropper, wurde der Song zu einem der langlebigsten Hits von...

Meilensteine: The Tubes

Juni 1975: Fulminantes LP-Debüt mit der Hymne ›White Punks On Dope‹ erscheint Als die Nina Hagen Band 1978 mit ›TV-Glotzer‹...

Todd Rundgren: Der Universal-Wizard

Ist Todd Rundgren nicht in erster Linie Musiker? Schon, aber auch als einfallsreicher Produzent hinterließ er tiefe Spuren, ebenso...

Das letzte Wort: Dave Wyndorf

64 und kein bisschen leise – der Kultstar aus New Jersey legt mit Monster Magnet dieser Tage eine Covers-Platte...
- Werbung -

The Kinks: Wir gegen die

Es tut gut zu wissen, wer der Feind ist. Die Kinks spüren das, als sie vor 50 Jahren ihr...

Die fünf Gesichter von Deep Purple: Don Airey

„Onkel Don“ – so nennen seine Bandkollegen Don Airey manchmal, und es ist nicht schwer zu begreifen, warum. Der...

Pflichtlektüre

The Black Crowes: Neues Album in Sicht?

2019 haben sich die Streithähne Rich und Chris wieder...

TURBO LOVERS

Gesellschaftskritik zum Materialismus der 80er ... oder eine Ode an...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen