Todd Rundgren: Der Universal-Wizard

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Todd Rundgren: Der Universal-Wizard

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Ist Todd Rundgren nicht in erster Linie Musiker? Schon, aber auch als einfallsreicher Produzent hinterließ er tiefe Spuren, ebenso als Förderer neuer Technologien.

Seinem Biographen Paul Myers vertraute Todd Rundgren 2010 etwas an: Er betrachte sich gar nicht als Produzenten und nutze das Studio lediglich als Werkzeug, um musikalische Darbietungen zu realisieren. Okay. Aber entspricht das nicht haargenau der Definition eines Produzenten? Schon,oder? Wie dem auch sei: Todd Harry Rundgren, 1948 in Philadelphia geboren, zog nach der Auflösung seiner Band Nazz nach New York, wo er 1969 den Folk-Impresario und Dylan-Manager Albert Grossman kennenlernte. Der hatte gerade sein Bearsville-Studio nahe Woodstock eröffnet und suchte Personal.

Als Toningenieur betreute Rundgren STAGE FRIGHT von The Band, produzierte mit RUNT das Debütwerk seiner eigenen Gruppe, sowie das erste Lebenszeichen von Halfnelson, die kurz darauf unter ihrem neuen Namen Sparks reüssieren sollten. Derlei Zweigleisigkeit war fortan Programm, einerseits verfolgte Rundgren seine eigene Solokarriere, andererseits produzierte er Acts wie Grand Funk Railroad, Hall & Oates und die New York Dolls. Was ihn schon damals auszeichnete, war seine grenzenlose Neugier auf innovative Technologien, vor allem Synthesizer hatten es dem Multiinstrumentalisten angetan.

Im Gegensatz zu manch gelernten Tontechnikern und Produzenten pflegte er jedoch stets einen ziemlich freigeistigen Do-it-yourself-Ansatz: Gut ist, was interessant klingt – ganz egal, ob die dazugehörige Bedienungsanleitung vor „unsachgemäßem Gebrauch“ warnt. Der ganz große Coup gelang dem tendenziell exzentrischen Mischpult-Magier 1977 mit Meat Loafs BAT OUT OF HELL. Mit den Herren Aday, Steinman und Rundgren hatten sich zweifellos die Richtigen gefunden, hier wurde nicht gekleckert, sondern opernhaft geklotzt und pompös aus allen Rohren geschossen. Ein Jahr später organisierte Rundgren das erste interaktive TV-Konzert, in den 80ern zählte er dann zu den Pionieren digitaler Produktionstechniken.

Computer und das Internet eröffneten ihm schließlich ganz neue Perspektiven, mit NO WORLD ORDER veröffentlichte er 1994 die erste interaktive CD, bei der die Hörer auf das laufende Programm Einfluss nehmen konnten. Private Fun-Facts werden in dieser Rubrik gemeinhin komplett ignoriert, sofern sie keine beruflichen Auswirkungen hatten. Doch war es eben eine gewisse Bebe Buell, mit der Rundgren in den 70ern liiert war. Also zu jener Zeit, als sie eine Affäre mit Steven Tyler hatte. Deren gemeinsame Tochter Liv, geboren 1977, trug zuerst den Nachnamen Rundgren (netter Zug, Todd!), das „Tyler“ kam erst später hinzu. Aber eigentlich heißt sie ja ohnehin Arwen Undómiel, oder? Aber zurück zu Todd: Der stand 2019 für die Aufnahme in die Rock And Roll Hall Of Fame zur Debatte, woraus aber nichts wurde. Wie er einer Zeitung in Charleston, South Carolina verriet, juckt ihn das allerdings herzlich wenig: „I don’t care“.

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