Was machen eigentlich Mud?

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Was machen eigentlich Mud?

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Wie jedes Jahr zu Weihnachten läuft viel zu oft ›Last Christmas‹ im Radio. Eine willkommene Abwechslung dazu bietet unter anderem ›Lonely This Christmas‹ von Mud, das 1976 die britischen Hitparaden anführte und sich dort 20 Wochen hielt. Dazu Gitarrist Rob Davis in einem Interview von 2014: „›Lonely This Christmas‹ verkaufte an einem gewissen Punkt 90.000 Platten pro Tag. Wir wurden bei Konzerten immer gebeten, es zu spielen – egal zu welcher Jahreszeit“.

Bekannt ist die von den vier Schulfreunden Les Gray, Dave Mount, Ray Stiles und Rob Davis 1966 im englischen Carshalton gegründete Truppe allerdings nicht für den Doo-Wop-artigen Feiertagsklassiker, sondern in erster Linie für Glam-Rock-Stampfer wie ›Dyna-Mite‹, ›L-L-Lucy‹ und vor allem ›Tiger Feet‹ aus den 70er-Jahren. Zu Beginn ihrer Karriere schlugen sie sich mehr schlecht als recht in den britischen Clubs durch, bevor 1972 der erste Plattenvertrag anstand. Bis 1976 landeten dann satte elf Songs in den britischen und fünf Titel in den deutschen Charts. Zum Ende des Jahrzehnts lief es weniger gut. Mud lösten sich auf. In den 80ern machte Sänger Gray, der mit seiner Version von ›A Groovy Kind Of Love‹1977 einen Solo-Erfolg verbuchen konnte und immer wieder mit Elvis-Nummern in Erscheinung trat, unter dem Namen Les Grays Mud weiter.

Allerdings ohne nennenswerten Erfolg. 2004 starb er an Krebs, zwei Jahre später folgte ihm Schlagzeuger Dave Mount. Mount hatte sich seit dem Ende von Mud komplett aus der Musik verabschiedet. Bassist Stiles ist seit 1986 festes Mitglied bei den Hollies und spielt nebenbei bis heute zusammen mit seiner Frau Anne und HolliesKollege Steve Lauri in der Band Taboo. Aber auch mit Mud-Buddy Rob Davis tritt er noch gelegentlich in TV-Shows und bei Konzerten auf – nach einigen Shows 2015 auch zwei Jahre später im legendären Half Moon Pub in London.

Im Vorprogramm spielten Vambo mit Stiles’ Sohn Jack als Sänger. Rob Davis, der seinerzeit an vielen Mud-Songs beteiligt war, hat sich inzwischen verstärkt aufs Songwriting verlegt und erzielt regelmäßig substanzielle Erfolge. So zeichnete er 2001 als Co-Autor mitverantwor tlich für Kylie Minogues ›Can’t Get You Out Of My Mind‹. Für die Kylie-Nummer ›Come Into My World‹ gab es 2004 sogar einen Grammy. 2009 komponierte er u. a. ›One Foot Boy‹ für den libanesisch-britischen Sänger Mika. Auf ihre gemeinsame Zeit mit Mud schauen sowohl Davis als auch Stiles gerne zurück. So gerne, dass man zuletzt 2019 wieder mit Mud-Songs – darunter auch ›Lonely This Christmas‹ – im The Cavern Freehouse in London auftrat. Mal sehen, was das neue Jahr und das nächste Weihnachtsfest so bringen …

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1 Kommentar

  1. Nicht zu fassen: „Classic Rock“ schreibt im Jahre 2021 etwas über Mud! Das war meine Teeniezeit mit T.Rex, The Sweet, Roxy Music, David Bowie, Gary Glitter, Alice Cooper, Suzi Quatro, Alvin Stardust usw.
    Ich bin begeistert. :-))

    PS: Bitte unbedingt Jacqueline Floßmann im Team halten. Die ist soo klasse als Autorin!

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